Grenzöffnungen an der innerdeutschen Grenze

nach dem 09. November 1989

zwischen dem Lappwald bei Helmstedt und Eckertal/Stapelburg am Harz

 

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Seite erstellt: 10.10.2014

Letzte Änderung: 28.03.2021

Auf dieser Seite Fotoserien zu den Grenzöffnungen:

 

Grasleben - Weferlingen/DDR

 

Helmstedt/Brunnental - Beendorf/DDR

 

B 1 Helmstedt - Morsleben/DDR

 

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Grenzöffnungen an der innerdeutschen Grenze

Nachdem das Politbüromitglied Günter Schabowski am 09. November 1989 in einer Pressekonferenz den Niedergang der DDR ausrief, indem er eine neue Reiseregelung vorstellte und erklärte, dass es der Ministerrat allen DDR-Bürgern gestatte, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen ("das tritt nach meiner Kenntnis ..... ist das sofort ..... unverzüglich"), strömten, als die Nachrichtensender die neue Reiseregelung gesendet hatten, zunächst in Berlin zehntausende DDR-Bürger an die Mauerdurchlässe und an das Brandenburger Tor, um West-Berlin einen Besuch abzustatten. Nur wenige wollten ständig im Westen bleiben.

An der Grenzübergangsstelle zur Bundesrepublik Marienborn/Helmstedt setzte zwei Stunden nach Schabowskis Erklärung der Zustrom von DDR-Bürgern ein. Wie hier, waren auch die übrigen bereits existierenden Grenzübergangsstellen (z.B. Worbis/Duderstadt) in den nächsten Tagen und Wochen vom Dunst der Trabi- und Wartburgabgase eingenebelt.

DDR-Bürger und Bundesbürger aus dem grenznahen Raum wollten jedoch nicht nur die wenigen seit Sommer 1973 vorhandenen Grenzübergangsstellen nutzen, um in den anderen Teil Deutschlands zu gelangen. Sie forderten die Öffnung der innerdeutschen Grenze in ihrem Raum überall dort, wo es früher schon Verbindungen zwischen den benachbarten Ortschaften in Ost und West gegeben hat. Insgesamt hat es im Regierungsbezirk Braunschweig zwischen Bodenteich/Schmolau im Norden und Friedland/Kirchgandern im Süden nach dem 09. November noch ca. 20 Grenzöffnungen im Jahr 1989 gegeben. Weitere Grenzöffnungen folgten im Jahr 1990.

Die folgende Bild- und Textdokumentation zeigt einige dieser "neuen" Grenzöffnungen im Bereich des Grenzabschnitts der Bundesgrenzschutzabteilung Braunschweig und Teilen des Grenzabschnitts der Bundesgrenzschutzabteilung Goslar auf.


Links:

Übersichtskarte der Grenzöffnungen

im Bereich des Regierungsbezirks Braunschweig mit Stand vom 2.1.1990.

Dargestellt ist der Grenzabschnitt vom Lappwald bis zum Nordharzrand.

 

 

Liste aller Grenzöffnungen

von der Ostsee bis zum Bayerischen Wald

mit Angaben der Örtlichkeit und Datum

 

   

Hinweis:

die folgenden Fotos unterliegenden dem internationalen Urheberrecht und dürfen ohne vorherige Genehmigung des Fotoinhabers in keinen Veröffentlichungswerken wie z.B. in Print-/ Onlinemedien,  Sozialen Netzwerken, Ausstellungen oder Vorträgen verwendet werden.

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Grenzöffnung  Straße Grasleben - Weferlingen/DDR am 18.11.1989 um 06.00 Uhr

Ein DDR-Arbeitskommandos rückt am 15.11.1989 um 07:30 Uhr an.

Der "alte" Straßenverlauf von Grasleben nach Weferlingen/DDR ist noch deutlich zu erkennen.

Hier soll nun wieder eine Verbindung zwischen Ost und West hergestellt werden.

Wie Bild vor

Zunächst werden Baumaßnahmen "hinter" dem Sperrzaun durchgeführt und ein Durchlasstor geöffnet.


"Schweres" Gerät rückt vor.

Wie Bild vor

Wie Bild vor

Nur noch Beobachter,

nicht mehr Bewacher!


Eine Woche vorher waren sie noch Bewacher -  jetzt sind sie "nur noch" Beobachter.

Ein Offizier der Grenztruppen beobachtet die Bauarbeiten seiner Pioniere am Grenzverlauf. Vorn eine DDR-Grenzsäule, etwa fünf Meter vom Grenzverlauf entfernt. Bei den Baggerarbeiten ist äußerste Vorsicht geboten, damit das Hoheitssymbol der DDR nicht beschädigt wird.


Auch auf "West-Seite" haben die Arbeiten begonnen. Zunächst wird die Übersichtplattform, die auf dem Straßenverlauf steht, zurück gebaut. Neben der Feuerwehr und dem THW war auch der technische Zug des Bundesgrenzschutzes vor Ort.

Einige Zentimeter Erdabtrag und schon kommt die alte Kopfsteinpflasterung zum Vorschein.


Im weiteren Straßenverlauf auf DDR-Gebiet war das alte Straßenpflaster auch noch vorhanden.

Für die geplante Grenzöffnung (nur Fußgänger und Fahrradfahrer) wurde zunächst ein Mineralgemisch auf das alte Pflaster aufgebracht.

Der weitere Ausbau des Übergangs sollte später erfolgen.

Über die Grenze hinweg reichten sich am Mittwoch (15.11.) der Kommandeur der Grenzschutzabteilung Braunschweig, Polizeidirektor i. BGS, Bernd Kahnert (links),

und der Kommandeur der DDR-Grenztruppen von Weferlingen, Major Braun, die Hand.

Während die Bauarbeiten für die neue Grenzübergangsstelle Grasleben-Weferlingen im Gang waren, erklärte Braun, dass über die Öffnung der Ministerrat der DDR entscheiden werde.


Grenzöffnung am Samstag, d. 18. November 1989 um 06.00 Uhr

Mit Fackeln, Vereinsfahnen und Getränken ausgestattet zogen die Bewohner aus Weferlingen/DDR und Grasleben am frühen Morgen des 18. November zum neuen Grenzübergang zwischen ihren beiden Orten, um gemeinsam dieses historische Ereignis gebührend zu feiern.



Der neue Übergang strahlt im Sonnenlicht. Unter den Vertretern des BGS auch der EPHK Jürgen Klode von der Braunschweiger BGS-Abteilung.


Luftaufnahme des BGS nach Grenzöffnung.

Wie Bild vor

Nach Fertigstellung der Straßenverbindung zwischen Grasleben und Weferlingen (DDR).

Wie Bild vor

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Erinnerung

"Als leidenschaftlicher Filmamateur gründete ich Ende der fünfziger Jahre zusammen mit meinem Kollegen Karl-Otto Riecke das Filmstudio Weferlingen, das dem Amateurfilmstudio Magdeburg angeschlossen war. Wie in der DDR üblich, drehten wir auch Filme im Auftrag beispielsweise des Forstwirtschaftsbetriebes, der Sand- und Tonwerke oder der Gewerkschaft, die wir zu Wettbewerben einsandten.

Doch im Sommer 1989 entstand ganz ohne Fremdauftrag ein gemeinsamer Film über die Grenze zwischen Weferlingen und dem niedersächsischem Grasleben. Ich war 19 Jahre lang als Elektrikermeister Angehöriger der Grenztruppen der DDR und mein Kollege Karl Otto Riecke war als privater Schmiedemeister enger Mitarbeiter der Grenztruppen. Deshalb hatten wir die Möglichkeit, einen Teil der Grenzsicherungsanlagen zu betreten.

Die Staatssicherheit beschlagnahmte unseren Film noch an der Grenze und vor Fertigstellung. Doch unser Regimentskommandeur ermunterte uns, den Film ein zweites Mal zu drehen. Auch diesmal war die Grenze noch nicht geöffnet, aber wir konnten sie unter Kontrolle der Grenzer passieren. Dieser zweite Film handelt von den Grenzsperranlagen, den Stolperdrähten, dem Niemandsland und dem Abriss der durch Unwetter und Blitzschlag in Mitleidenschaft gezogenen Grenztürme. Wir wollten einmal zeigen, wie es bei uns an der Grenze ausgesehen hat, denn Weferlingen befand sich ja im 'Sperrgebiet'. War es für die DDR-Bürger schon aufwendig genug, vier Wochen vor einem geplanten Besuch die erforderliche Sondergenehmigung zu beantragen, so blieb der Ort den Bundesbürgern völlig verschlossen. Wer also wusste schon, wie es in Weferlingen und Umgebung aussah?

Als sich dann am 9. November der Mauerfall ereignete und am 15. November der Metallgitterzaun in Weferlingen geöffnet wurde, so dass die Menschen am 18. November tatsächlich zwischen Weferlingen und Grasleben durch das Tor auf die jeweils andere Seite gehen konnten, filmten wir auch diesen glücklichen Moment und fügten ihn unserem Film an, dem wir den Titel 'Endlich' gaben. Ich war für den Ton verantwortlich, Karl Otto Riecke für die Kamera.

Dass unser Film solche großen Kreise ziehen würde und in Cottbus beim 21. Amateurfilmwettbewerb der DDR mit dem dritten Platz ausgezeichnet, in Schweden auf einem Amateurfilmwettbewerb und in Frankreich im Fernsehen gezeigt werden würde, damit hatten wir nicht gerechnet."

Karl Heinz Gebhard (Weferlingen)

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Grenzöffnung – Beendorfer Straße im Brunnental bei Helmstedt am 23.12.1989, 10.00 Uhr

Die Beendorfer warten gespannt auf die Gäste aus dem benachbarten Bad Helmstedt.


Bild links

1989 – nach der Grenzöffnung – Beendorfer Straße im Brunnental bei Helmstedt.

Mobile Kontrollstelle der DDR in Höhe des ehem. Schutzstreifenzaunes.

 

 

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Grenzöffnung an der B 1 Helmstedt - Morsleben am 18.11.1989, 08.30 Uhr

Der "Alte Bus" an der B 1

Fotoquelle: BGS Braunschweig

Fotoquelle: Otto Deike

Direkt am Grenzverlauf stand quer über der Fahrbahn der Bundesstraße 1 noch aus der Zeit Ende des WK II ein alter Busanhänger.

Für Flüchtlinge war dieses Objekt bis Anfang der 1960er Jahre hinein ein Orientierungspunkt. Wenn der "alte Bus" erreicht war, befand man sich im Westen.

Im Laufe der Jahrzehnte fiel der Anhänger immer mehr in sich zusammen. Zur Grenzöffnung mussten die Reste des Busses "entsorgt" werden. Teile davon befinden sich heute im Museum in Helmstedt.

Wo einst der alte Bus stand, befindet sich heute eine Autobahnauffahrt.

Vor Öffnung des Grenzübergangs "B1".

BGS, Zoll, Polizei, DDR-Grenztruppen erwarten mit Kommunalpolitikern und Zivilpersonen das große Ereignis.

Freudige Teilnehmer an der Öffnungsfeier stoßen mit einem Becher Sekt an.


Intensive Gespräche zwischen Ost- und West. Im Hintergrund stehen die DDR-Fahrzeuge zum Start in den Westen bereit. Der Fahrbahnuntergrund ist noch nicht asphaltiert.

Zwei Grenztruppenangehörige beobachten scheinbar ungläubig die Situation.

Das Ende der Fahrzeugkarawane

Die B 1 wurde mittlerweile asphaltiert. Das Kontrollhäuschen auf der DDR-Seite war nur noch selten besetzt.

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